Vorstellung Nikolai Ott

Evangelisches Bezirkskantorat Leonberg, 2018

Liebe Leonberger Leser,

zum 1. Oktober 2018 beginne ich meine Tätigkeit als Kirchenmusiker im Praktikum an der Stadtkirche bei Bezirkskantor Attila Kalman. Für Sie und für mich ist das wahrscheinlich gleichermaßen neu, denn Leonberg ist erst seit kurzem als Praktikumsstelle ausgewählt worden. Umso mehr freue ich mich, mit Attila Kalman einen fachlich und menschlich wunderbaren Mentor  gefunden zu haben, der mich für ein Jahr an die Hand nehmen wird.

Ich bin 1989 in Hohenlohe geboren und aufgewachsen, ganz in der Nähe von Schwäbisch Hall, wo ich mit 15 Jahren meine ersten Gehversuche als Kirchenmusiker gemacht habe. Zum einen als Organist im Kirchenbezirk und als Chorleiter von Projektchören. Nach einem Auslandsschuljahr in Argentinien, während dessen ich auch an einem Konservatorium Chorleitungsunterricht hatte, habe ich in Hohenlohe als Abiturient und Zivildienstleistender mehrere Chöre geleitet.

Studiert habe ich dann von 2012-2016 an der Hochschule für Kirchenmusik in Tübingen und danach an der Hochschule für Musik in Trossingen, wo ich dieses Jahr einen Master im Fach „Dirigieren“ (Chor- und Orchesterleitung) gemacht habe. Während des Studiums habe ich mehrere Chöre geleitet, darunter bis heute das Thomas Selle-Ensemble in Reutlingen und die Kantorei der Karlshöhe in Ludwigsburg, die ich auch während des Praktikums weiter betreuen darf. Meine Diplomarbeit, die ich in Tübingen geschrieben habe, hat mich in der Vergangenheit schon nach Leonberg geführt. In der Johanneskirche wurde nach dem zweiten Weltkrieg eine beachtliche Anzahl von Kantatenabschriften eines Stuttgarter Komponisten (namentlich Georg Eberhard Duntz) gefunden, die ich in meiner Diplomarbeit beleuchtet habe. Diese Forschungsarbeit hat mich darauf gebracht, die württembergische Musikgeschichte weiter ins Auge zu fassen und seit dem beschäftige ich mich viel mit der Musik in und um Stuttgart. Generell ist „musica rara“, also Musik die selten gespielt wird und nicht ausreichend erforscht ist, eines meiner Lieblingsthemen. So konnte ich in den letzten Jahren Konzerte dirigieren, die sich genau damit beschäftigt haben: barocke Musik aus Südamerika, vergessene Württemberger Komponisten und, sozusagen als i-Tüpfelchen zwei Uraufführungen, die extra für die Chöre geschrieben wurden, die ich leiten durfte.

Auf meine Zeit in Leonberg freue ich mich sehr, mit einem weinenden Auge zwar, weil meine Studentenzeit nun zu Ende geht, mit dem anderen Auge aber lache ich vielen Begegnungen und einer inspirierenden und lehrreichen Zeit in Leonberg entgegen. Ich hoffe, viele von Ihnen kennenlernen zu können!

Herzlich
Ihr Nikolai Ott